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Latexallergie
Latexhandschuhe und die Allergien in der Pflege
Latexhandschuhe stellen unbestritten den sichersten Schutz vor Infektionen dar und sind daher bei den medizinischen Einmalhandschuhen nach wie vor unersetzbar. Aber jeder zehnte Angestellte in medizinischen Berufen reagiert bereits gegen Latex allergisch, und die Behandlung der Latexallergie kostet etwa 100.000 bis 200.000 DM pro Jahr und Fall (Arbeitsunfähigkeits- und Behandlungskosten). Da aber die Gefahren der Latexallergien, die für Latexallergiker lebensbedrohlich sein können, minimiert werden müssen, gilt es unbedingt Latexeinmalhandschuhe zu verwenden, die dank hoher Auswaschzeiten einen niedrigen Proteingehalt besitzen und die allergene Potenz deutlich senken.
Sprunghafter Anstieg von Typ-I-Allergien gegen Naturlatex
Die Diskussion um den Gebrauch von gepuderten Latexhandschuhen im klinischen und ambulanten medizinischen Bereich ist noch nicht beendet. Der international sprunghafte Anstieg von Typ-I-Allergien gegen Naturlatex, hatte bereits in den letzten Jahren zu der Erarbeitung einer europäischen Norm für medizinische Einmalhandschuhe geführt. Der allergieauslösende Proteingehalt des Latex wurde auf ein Minimum reduziert (unter 30qg) und die Verwendung von Talkumpuder als Formentrennmittel verboten. Angebotene Alternativen wie synthetische Ersatzprodukte können den Latexhandschuh in ihrem Tragekomfort aber nicht ersetzen. Die im Latexhandschuh enthaltenen Proteine tragen jedoch das allergene Potential.
Durch den Hautschweiss des Handschuhträgers werden die wasserlöslichen Proteine des Latexhandschuhs herausgelöst. Diese Proteine können zu einer allergischen Reaktion führen. Studien ergaben, dass Angestellte in medizinischen Berufen ein deutlich erhöhtes Risiko für den Erwerb einer Latexallergie haben.
Die Anzahl der jährlich diagnostizierten Latexallergiker stieg zwischen 1989 und 1995 auf das zwölffache an, und es wird angenommen, dass derzeit mindestens 10 % der Angestellten in medizinischen Berufen von einer Latexallergie betroffen sind. Neben dieser Berufsgruppe reagieren auch Raumpflegerinnen, Friseure und speziell Kinder, die bereits mehrfach operiert wurden, häufig allergisch auf Latex.
Gefahren für Latexallergiker
Bedenklich ist die Tatsache, dass die Allergiker von heute die Patienten von morgen in den Kliniken sein werden. Selbst ein Besuch beim Hausarzt oder der Kontakt zu anderen latexhaltigen Produkten kann zusätzlich sensibilisieren und zu einer Latexallergie führen. Die Hilfe im Krankenhaus oder vom Hausarzt bedeutet Lebensgefahr. Ebenso sprechen klinisch-anamnestische Daten und Ergebnisse von Invitro-Analysen für das Vorkommen von Kreuzreaktionen zwischen bestimmten Latexproteinen und Proteinen in unterschiedlichen exotischen Früchten. Bei Latexallergikern sind am häufigsten spezifische IgE-Antikörper gegen Avocado, Kiwi, Banane und Esskastanie nachweisbar. Neuere Untersuchungen führen ausserdem den Ficus benjamina (Milch des Baumes und Staub der Blätter) an. Hier werden sicherlich in den nächsten Jahren noch umfangreiche Studien durchgeführt werden müssen, um möglichen Risiken präventiv entgegenzuwirken.
