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Inkontinenz
Aktiv gegen Blasenschwäche
Beckenbodengymnastik-einfach und wirkungsvoll
Blasenschwäche, in der medizinischen Fachsprache Harninkontinenz genannt, ist ein häufiges Problem. Allzuoft werden diese Beschwerden als Alterserscheinungen oder Folgen einer Schwangerschaft einfach hingenommen und Möglichkeiten zur Behandlung nicht genutzt.
Dabei gibt es eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten. Der Arzt kann Medikamente verordnen, aber auch die Person selbst kann entscheidend zur Besserung der Beschwerden beitragen.
Durch eine spezielle Gymnastik kann die Funktion der Ausscheidungsorgane und des Beckenbodens optimiert werden. In diesem Leitfaden haben wir einige Übungen zusammengestellt, die ohne viel Aufwand durchgeführt werden können. Anfangs sind diese Übungen vielleicht etwas ungewohnt, aber die Mühe wird belohnt, wenn sich nach einiger Zeit Besserung einstellt.
Der Beckenboden-was ist das und welche Funktion hat er?
Stellen Sie sich den Beckenboden in Gestalt einer Schüssel vor. Sie besteht aus mehreren Muskeln und bietet Organen wie Blase und Darm nach unten hin Halt. Eingebettet in diese Muskelschüssel sind die äußeren Öffnungen dieser Organsysteme (Harnröhre, After, Scheide). Ein kräftiger Beckenboden kann die Organe sicher tragen. Wenn sich die Muskeln des Beckenbodens spannen, wird die ursprüngliche Schüssel zunehmend flacher und hebt dadurch die Organe in den Bauch hinein. Gleichzeitig umschließen die Muskeln die äußeren Öffnungen dicht. Der Beckenboden hat also eine Trage- und Verschlussfunktion. Ein schlaffer Beckenboden läßt die Unterleibsorgane nach unten sinken und gibt die äußeren Öffnungen frei.
Die Beckenbodenmuskeln gehorchen ebenso wie z.B. die Arm- und Beinmuskulatur unserem Willen und sind dadurch übungsfähig. Aber leider haben viele Menschen für diese verborgenen Muskeln ein zu geringes Empfinden, um sie willentlich aktivieren zu können. Dann werden beim Üben häufig die Gesäß- und Bauchmuskeln zusammengekniffen, ohne daß der Beckenboden einbezogen wird.
Auch wenn bei den folgenden Übungen andere Muskeln mitgefordert werden, sollte der Betroffene sich stets auf den Beckenboden konzentrieren. Nach und nach erlangt er auf diese Weise ein ausgezeichnetes Gefühl für diese muskeln, die ihm dann auch gut gehorchen und Sicherheit geben, wenn er plötzlich Harndrang verspürt.
Damit sich die gewünschten Erfolge einstellen, sollten ein paar grundsätzliche Regeln beachtet werden.
Es muss regelmässig geübt werden. Entscheidend ist nicht, ob leichte oder schwierige Übungen gemacht werden oder ob 10 oder 20 Minuten geübt wird. Entscheiden ist, daß die Übung regelmäßig durchgeführt wird, und zwar täglich
Am besten, das Pflegepersonal plant diese Übungen fest in den Tageslauf ein. So bekommen die Betroffenen die nötige Routine und vergessen die Übungen nicht.
Sie finden in diesem Leitfaden verschiedene Übungen, die im Liegen, Sitzen und Stehen durchgeführt werden. Es können alle Übungen gemacht werden bzw. es können Favoriten aus jedem Bereich ausgewählt werden.
Der Betroffene darf nicht überfordert werden. Sie werden feststellen, daß die Übungen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben. Machen Sie nur die Übungen, die auch problemlos bewältigt werden können.
